24. Dezember: Jingle Bells

Letztes Jahr haben wir ein paar Tonaufnahmen von einer ehemaligen Schülerin im Online-Adventskalender präsentieren dürfen. Aus Datenschutzgründen darf ich das dieses Jahr nicht wiederholen. Aber den Text dürfen wir euch zeigen, den haben wir nämlich extra für die Schule umgeschrieben. Viel Spass und merry Christmas!

Jingle_Bells

 

23. Dezember: Vorweihnachtsabend

Es ist der 23. Dezember und Lea blickt nachdenklich aus dem Fenster «Ach Mama», seufzt sie, «wo bist du jetzt bloss?» Das verstehst du, liebe Leserin oder lieber Leser, wahrscheinlich nicht. Deshalb erkläre ich es dir. Leas Mutter Emily Blossom ist eine Ornithologin und reist um die Welt, deshalb sehen sich Mutter und Tochter nie. Das einzige was Lea von ihrer Mutter hat, sind die vielen Postkarten, die sie immer wieder bekommt. Die letzte Postkarte, die im Briefkasten lag, kam aus Neuseeland. Lea liest sie jetzt schon zum sechzehnten mal durch.

Liebe Lea,

Ich hoffe, dir und Papa geht es gut. Vorne auf der Karte siehst du Neuseeland von oben. Ich liebe diese Insel. Ich bin hier auf einen interessanten Fund gestossen, aber darüber möchte ich noch nichts verraten. Ich denke, es würde dir hier genauso gefallen wie mir, mit diesen vielen aussergewöhnlichen Tieren. Erst gerade habe ich einen Kea gesehen, das ist eine sehr seltene Papageienart. Wenn du mir zurückschreibst, musst du mir unbedingt erzählen, was mit diesem Daniel läuft. Das letzte Mal hast du so verliebt getönt, dass ich mich richtig für dich gefreut habe. Zumindest wünsche ich dir viel Glück ;). Vielleicht sehen wir uns ja bald wieder. Kuss
Mama

Als Lea die Postkarte wieder weglegt, hat sie Tränen in den Augen. Sie blickt die vielen Postkarten an ihrer Pinnwand an. Da ist eine aus Chile, eine aus Norwegen, eine aus Korsika und eine aus Indien. Das sind ihre Lieblingskarten. Dann blickt sie wieder aus dem Fenster. Das beschlagene Glas gibt den Blick auf eine dunkle Strasse frei, die nur von einer Strassenlaterne beleuchtet wird. Vor ihren Augen beginnen die ersten Schneeflocken zu fallen. Lea dreht am Fenstergriff, öffnet das Fenster und streckt den Kopf in die kalte Winterluft. Als sie blinzelt, bemerkt sie, dass unten auf der Strasse eine Kerze leuchtet. Neugierig blickt sie genauer hin. Da liegt doch ein Zettel.

Schnell zieht sie sich die erstbesten Schuhe an, die ihr in die Hände fallen. Na toll, es sind die glitzernden roten Pumps, die zu ihrem Weihnachtsoutfit gehören, das sie immer noch anhat. Bevor sie so rührselig geworden ist, hat sie nämlich das rote Kleid und die Strümpfe anprobiert. Sie geht morgen Abend mit ihrem Vater zum Weihnachtsfest des strengen Teils der Familie. Darum muss alles perfekt sitzen. Lea reisst sich von ihren Gedanken los und stürzt die Treppe herunter. Dieser Zettel hat ihre Aufmerksamkeit geweckt und Ablenkung ist genau das, was sie momentan gebrauchen kann. Als sie bei der Haustür ankommt schnappt sie sich ihren Mantel von der Garderobe. Sie geht die Strasse entlang, bis sie bei der Kerze ankommt. Langsam beugt sie sich zum schon ziemlich verschneiten Boden hin. Bedächtig hebt sie den Zettel auf und klappt ihn auf. Dort steht in verschmierter Schrift:

Hey Lea, ich wusste, dass dieser Zettel deine Neugier wecken würde. Ich würde mich sehr freuen, wenn du heute Abend an das Rheinufer beim Spielplatz kommen würdest. Ich bin um 18:30 dort.

Lea blickt auf ihre Armbanduhr. Es ist schon 18:14 und bis zu der beschriebenen Stelle dauert es  mindestens eine Viertelsund zu Fuss. Lea fasst einen Entschluss: Wer immer sich die Mühe macht, ihr so einen Brief zu schreiben, hat ein Recht auf ihre Aufmerksamkeit. Also wirft sie noch einen kurzen Blick zurück zum Haus und geht dann mit schnellen Schritten in Richtung Rhein. Als sie halb erfroren ankommt, wirft sie noch einmal einen Blick auf ihre Uhr. Es ist 18:34. Sie eilt zu dem Ort, von dem sie im Brief gelesen hat. Dort steht, im Licht des Karussells, ein junger Mann, der ihr den Rücken zugekehrt hat. «Lea bist du es?» fragt der Mann. Lea stutzt: «Daniel? Was machst du hier?» Daniel dreht sich um: «Komm bitte mit, ich möchte dir etwas zeigen, Lea» «Aber … » beginnt sie, wird aber von Daniel an der Hand gepackt und mitgezogen. Da gibt Lea das Fragen auf. Zusammen gehen sie die dunkle, verschneite Strasse entlang. Der Junge in Schal, Mütze und mit Fäustlingen und das Mädchen in einem glitzernden roten Kleid mit passenden High Heels und einem dunkelgrauen Mantel. «Ist dir kalt?», Daniel blickt sie fragend an und sieht, dass sie zittert. Ohne etwas zu sagen, legt er ihr seinen Schal um. Eine kurze Zeit gehen sie schweigend weiter. Dann fragt Lea abrupt: «Wo gehen wir hin, Daniel?» Seine Antwort ist nur ein geheimnisvolles «Das wirst du schon sehen …» Jetzt ist Lea nur noch neugieriger, aber Daniel beginnt schon wieder zu sprechen: «Weißt du eigentlich wie schön dieses Kleid ist? Ich finde es steht dir super.» Lea wendet den Kopf ab um zu verbergen, dass sie rot wird. «Danke, das ist sehr  nett von dir» Dann bindet Daniel ihr plötzlich mit einem Tuch die Augen zu und sagt: «Du darfst nicht gucken, das wird eine Überraschung.» Durch das Tuch sieht Lea ein rotes Schimmern und trotz Daniels sanfter Führung bemerkt sie, dass sie über eine Türschwelle ins Warme treten. «Warte bitte hier, Lea» sagt er und Lea spürt dass er sich entfernt. Kurz darauf hört sie, dass Daniel sich leise mit jemandem unterhält. Dann kommt er wieder zu ihr und führt sie weiter. «Du kannst dich setzten, da steht ein Stuhl» sagt Daniel leise und als sie sich gesetzt hat nimmt er ihr das Tuch ab. Sie sitzt an einem runden Tisch aus poliertem Mahagoni auf dem ein weihnachtliches Blumengesteck mit einer Kerze darin steht. Daniel setzt sich ihr gegenüber hin, während sie sich im Raum umschaut. Der Tisch, an dem sie sitzen, steht am Fenster und im Raum verteilt stehen vier weitere leere Tische. Die Decke und der Boden sind beide aus Holz, das im Licht der Kronleuchters aus wunderschönen Prismen, golden glänzt. Die Wände sind in einem Grünton gestrichen und mit Fotos von schönen Landschaften übersäht. Im Hintergrund läuft leise das Lied «Last Christmas». Lea wendet den Blick wieder dem jungen Mann zu, der ihr gegenüber sitzt, und bemerkt, dass Daniel eine Rose in der Hand hält. Die Rose ist orange und hat an den Rändern der Blütenblätter eine rote Linie. «Für dich», Daniel sieht ihr in die Augen. Leas Wangen werden bei dem intensiven Blickkontakt ganz rot, aber auch Daniels Gesicht wird leicht rosa. Da sie völlig versunken in ihrer eigenen Welt sind, erschrecken sie sich beide, als die Türe aufgeht. Hinein kommt ein Mann der ihnen eine Speisekarte bringt. Jetzt wird Lea klar, dass sie in einem Restaurant sind. Als der Kellner wieder gegangen ist, studieren die beiden die Speisekarte. Lea überlegt noch, als sie das Wort an ihren Gegenüber wendet: «Was nimmst du Daniel?» «Weiss noch nicht … Du?» fragt er zurück und sie sagt: «Ich weiss nicht ob ich den Lachs mit gedünstetem Gemüse oder das Rindsfilet mit Kartoffelkroketten nehmen soll.»  Da lacht Daniel: «Ich hatte auch die beiden im Auge. Wie wäre es, wenn wir beides je einmal bestellen und dann teilen?» «Das wäre eine tolle Idee, dann kommen wir in den Genuss von beidem», sagt Lea und muss auch lachen.

Als der Kellner wieder kommt bestellen sie und plaudern dann weiter. Die beiden lachen viel und haben Spass. Dann kommt das Essen und der Kellner bringt eine kleine Überraschung mit. Einen Krug Fruchtbowle, deren Früchte zu lauter kleinen Herzen geformt sind. Nachdem Lea und Daniel sich fröhlich bedankt haben, stellen die beiden Teller mit dem Essen in die Mitte des Tisches. Da nimmt Daniel eine Gabel voll Lachs und steckt ihn Lea in den Mund. «Und wie schmeckt es?» neckt er sie. «Probier doch selbst» antwortet sie und füttert ihn mit einem Löffel voll Gemüse. Lachend füttern sie einander und bestellen dann noch ein Coupe Hot Berry. Auch den teilen sie, genau wie das Essen. Die Zeit vergeht wie im Flug. Als sie bezahlt haben und langsam nach draussen gehen wollen, nimmt Lea Daniels Hand und beginnt mit ihm zu dem im Hintergrund laufenden «Mistletoe» von Justin Bieber zu tanzen. Ihre Rose steckt Lea in ihr offenes Haar. Für kurze Zeit macht Daniel mit, aber dann gesteht er ihr leise: «Eigentlich bin ich nicht so ein Tanzfan, Lea.» «Ich eigentlich auch nicht, ich wollte nur schauen, wie du reagierst.» antwortet sie. Dann gehen die beiden Hand in Hand nach draussen, ans Rheinufer. Unter einer Strassenlaterne setzten sie sich auf eine Mauer und blicken auf den tosenden Fluss der im Mondlicht schimmert. Dann legt Daniel eine Hand an Leas Wange und küsst sie sanft. Lea küsst ihn zurück. Und als sie aufhören, legt Daniel eine Hand um ihre Schulter. Nach einer Weile Schweigen fragt Daniel: «Lea willst du mit mir zusammen sein?» Da muss Lea nicht lange überlegen «Ja, das will ich», ruft sie in die Nacht hinaus und küsst ihn noch einmal. Etwas später begleitet Daniel die zitternde Lea nach Hause und verabschiedet sich: «Ich hoffe, wir sehen uns morgen wieder.» «Daniel», flüstert Lea leise, «du bist mein Weihnachtswunder!» Dann küsst sie ihn flüchtig, bevor sie im Haus verschwindet. Leise steigt sie die Treppe in ihr Zimmer hoch. Sie schaut aus ihrem Fenster und sieht ihren Freund im Schneegestöber davongehen. Sie öffnet das Fenster und ruft hinaus: «Ich liebe dich, Daniel!» und er ruft zurück «Und ich liebe dich, Lea!» Sie schliesst das Fenster und setzt sich an ihren Schreibtisch. Sie nimmt ein Briefpapier hervor und beginnt zu schreiben …

Liebe Mama,

Vielen Dank für das Glück, das du mir gewünscht hast. Ich berichte dir jetzt alles über Daniel und mich …

Und jetzt lasse ich Lea wieder allein ihren Brief schreiben. Vielleicht hören wir wieder mal von ihr. Und euch dort draussen wünsche ich auch so ein Weihnachtswunder, wie Lea es erlebt hat.

Frohe Weihnachten und bis zum nächsten Mal

Undomiel ❤️

22. Dezember: Weihnachtswitze

Ich liebe Witze und lache gerne. Besonders in dieser schwierigen Zeit tut es doch mal gut, einfach ein bisschen zu lachen 🙂
Heute habe ich ein paar lustige Weihnachtswitze für euch parat (hahahoho).
Let’s go!

1) Warum benutzt der Weihnachtsmann eigentlich Rentiere, um den Schlitten zu ziehen?
Antwort: Weil Schlittenhunde nicht fliegen können.

2) Der Weihnachtsmann, ein ehrlicher Politiker und ein hart arbeitender Lehrer sehen auf der Strasse einen 100-Euro-Schein liegen. Wer hebt ihn heimlich auf?
Antwort: Der Weihnachtsmann natürlich, denn die anderen beiden gibt es gar nicht.

3) Was ist das beste Weihnachtsgeschenk?
Antwort: Eine kaputte Trommel – unschlagbar!

4) Wo kommt Silvester vor Weihnachten?
Antwort: Im Wörterbuch

5) Zwei Blondinen gehen in den Wald, um einen Weihnachtsbaum zu suchen. Nach zwei Stunden sagt die eine: Komm, wir nehmen einfach eine Tanne ohne Weihnachtskugeln.

6) Fragt die eine Gans die andere: Glaubst du an ein Leben nach Weihnachten?

7) Vater zum Sohn: Zündest du bitte den Weihnachtsbaum an?
Fragt der Sohn: Die Kerzen auch?

Ich hoffe, ich konnte euch ein kleines Lächeln auf die Lippen zaubern und ihr erzählt den einen oder anderen Witz weiter.

Eure Jael

20. Dezember: Das Lied von Eis und Feuer

Heute werde ich über die Buchreihe „Das Lied von Eis und Feuer“ schreiben. Braucht ihr einen Hinweis, wenn euch diese Buchreihe nichts sagt? Diese erfolgreiche Buchreihe ist von George R.R. Martin und ist der Ursprung von der Serie Game of Thrones.

Die Buchreihe umfasst im Original 7 Bücher, doch George R.R. Martin plant noch zwei Bücher und Geschichten von Westeros hinzufügen. Ein englisches Buch entspricht dabei 2 deutschen. Viele Fans warten ungeduldig auf die Fortsetzung, aber bisher gibt es im Original nur 6 Bände. So basieren dann auch Staffel 7 und 8 nicht mehr auf dem Buch.

Diese Bücher spielen sich im Land Westeros ab, wo die Zeit des Friedens und des Sommers abgelaufen ist. Der bevorstehende Winter wird schwer und könnte Jahre dauern. Der König Robert Baratheon von Westeros stirbt und sein Freund Eddard Stark muss an dessen Stelle treten. Aber er bemerkt, dass überall intrigiert wird und dass er von vielen Feinden umzingelt ist. Wird Westeros seinen Frieden finden oder kommt ein noch mächtigerer Feind als bisher?

Ich habe die Reihe gelesen und finde sie super und spannend geschrieben. Sicher denkt ihr, dass es sehr langweilig ist, weil es dicke Bücher sind und es eine lange Buchreihe ist. Aber nein, der Autor hat es so super gemacht, dass die Spannung bleibt und es nie langweilig wird. Die Bücher sind nicht so geschrieben, dass um eine Sache rumgeredet wird und immer das Gleiche kommt. Im Ggenteil: Es kommt immer wieder zu neuen Ereignisse und unerwarteten Wendungen.

Ich denke, die Bücher sind besser als die Serie. Erstens, weil in der Serie alles brutal gezeigt wird und nicht wirklich jugendfrei ist. Zweitens ist es immer besser, die Bücher zu lesen, weil man sich so alles selber vorstellen kann. Und nicht zuletzt empfehle ich als Leserate euch immer zuerst die Bücher zu lesen. : )

Noch ein Hinweis: Im Dezember ist das Thema des Monats im Lesezentrum: „Winter is coming“, das ist der Wahlspruch von Haus Stark im Buch. Das Thema passt also wirklich zum Winter, weil es mit Winter, Kälte und Eis zu tun hat.

Ich denke, ihr werdet Spass haben, wenn ihr in die Welt von Westeros eintaucht.

LG
Kaja

18. Dezember: Winterdorf in Minecraft Teil 2

So, da sind wir wieder. Ihr habt im letzten Beitrag von uns schon ein Gesamtbild gesehen, aber in diesem Dorf gibt es noch mehr zu entdecken. Wir haben jedes Gebäude vollständig eingerichtet und das sehr detailreich. Auch das Lesezentrum ist uns – wie wir finden – gut gelungen. Wenn auch nicht wirklich originalgetreu. So, genug geschrieben (beschrieben) hier kommen die Bilder.

So, das wären jetzt die Bilder (wir hätten noch mehr, aber wenn wir die auch noch einfügen, könnte euer Handy vor Überlastung explodieren  😉

Wir hoffen, wir dürfen wieder einmal etwas für euch gestalten.

Frohe Weihnachten. Und ein schönes neues Jahr 🎉

17. Dezember: Fun Facts Weihnachten

  • Im Dezember werden laut Statistiken am meisten Kinder gezeugt, „Fest der Liebe“ ist also eine ziemlich passende Beschreibung.
  • Zwei Wochen vor Weihnachten trennen sich besonders viele Paare, aber am 24. Dezember am wenigsten im ganzen Jahr. Durchhalten lohnt sich.
  • 60% der schweizerischen Bevölkerung gibt über 50 Franken für Weihnachtsgeschenke aus. Das Portemonaie nimmt ab.
  • Der beliebteste Weihnachtsbaum der Schweiz (Nordmann-Tanne) hat durchschnittlich 178’333 Nadeln.
  • Wie stellt man sich Rudolph das Rentier mit der roten Nase vor? Mit Geweih natürlich! Aber dann müsste er eine „sie“ sein, denn männliche Rentiere werfen ihr Geweih schon im Herbst ab.
  • In der Weihnachtszeit werden etwa ein Drittel mehr Herzinfarkte ins Spital eingeliefert – also lasst euch nicht stressen.
  • 2018 war ein Leserjahr. 58% der Weihnachtsgeschenke waren nämlich Bücher und E-Books. Das wird nur noch von Süssigkeiten geschlagen.

16. Dezember: Die verschwundene Stadt

Hier mein Beitrag für den Schreibwettbewerb „Basler Eule 2020“ zum Thema „Die verschwundene Stadt“. Der Einsedeschluss war der 1. Dezember.

Die verschwundene Stadt
Die Regierung hat wieder mal eine Entscheidung getroffen, ohne die Bevölkerung zu fragen. Als die wöchentlichen News in die Stadt kamen, um die Neusten Informationen zu verkünden, hatte man uns gesagt, dass wieder der Krieg ausgebrochen sei. Diese Nachricht hatte mich und meine Familie sehr schockiert.
Vor 6 Jahren musste mein Vater in den Krieg ziehen und dort wurde er auch umgebracht. Ich stand ihm sehr nah und ich weiss, dass er einer der tapfersten Krieger gewesen war. Dazu kommt noch, dass ich in meiner Familie der einzige Sohn bin. Und auch wenn ich schon 25 Jahre alt bin, bin ich noch nicht bereit, von zuhause wegzugehen. Am allerwenigsten will ich diese Stadt verlassen. Sie bedeutet mir so unglaublich viel. Viele fragen mich oft, weshalb ich diese Stadt so liebe. Ich erinnere mich sehr gerne an diese Geschichte. Sie erinnert mich an meinen geliebten Vater und an das, was wir alles gemeistert haben.

1977 starteten ich und mein Vater eine Demonstration, in der wir die Menschen anforderten, für unsere Stadt zu kämpfen. Es war eine Stadt gewesen, in der es nur so von Regeln gewimmelt hatte. Ich habe viele von diesen Regeln verabscheut. Aber nur eine wünschte ich zur Hölle: Sie verbot es den Frauen, das zu machen, was sie wollten. Denn die Regierung glaubte, die Frau sei dazu  geboren, eine Hausfrau zu sein und auf die Kinder aufzupassen.
Diese Regel bestimmte zudem, dass nur der Mann entscheiden darf, wann und ob die Frau das Haus verlassen durfte. Die Frau durfte nicht mitentscheiden, welchen Mann sie heiratete, und wenn sie einmal verheiratet war, musste sie den Kontakt zur Familie abbrechen. „Eine Frau soll sich voll und ganz auf den Haushalt und die Kinder konzentrieren. Da hat nicht noch eine andere Familie Platz“, begründete die Regierung diese Regel.

Als meine Schwester mit 20 Jahren heiraten musste und so einen Trottel als Mann bekam, verabschiedeten sich Vernunft und Verständnis von mir. Denn meine Schwester hätte etwas viel besseres verdient also nur so ein „Ich bin der beste“-Typ. Als wir sie das letzte Mal gesehen haben, sah sie so unglaublich traurig aus. Diesen Blick werde ich nie wieder vergessen. Das war der Zeitpunkt gewesen, in dem mein Vater und ich entschieden hatten, die Bürger von Wellington aufzufordern, der Regierung mal gehörig die Meinung zu sagen. Und das taten wir. Es machten so viele Leute bei der Demonstration mit. Männer, Frauen und ja, sogar auch Kinder. Es ging soweit, dass der Bürgerkrieg ausbrach. Bis schliesslich auch die Regierung verstanden hatte, dass es so nicht weitergehen konnte. Also baten sie uns eines Tages in das Regierungshaus und boten uns einen Deal an. Wir sollte die Menschen auffordern, mit dem Kämpfen aufzuhören. Im Gegensatz dürften die Frauen selber entscheiden, wann sie nach draussen gehen wollten, sie dürften mit den Heiratsberaterinnen mitentscheiden, wen sie heiraten wollten, und die verheirateten Frauen dürfen mit der Familie im Kontakt bleiben. Sie gaben uns 3 Tage, um das Volk zu beruhigen. Als mein Vater und ich diese gute Nachricht den Menschen erzählten, waren alle glücklich gewesen, dass wir es geschafft hatten. Und meine Vater und ich waren unglaublich stolz auf unser vollendetes Werk.

Das ist die Erinnerung, die mich noch immer so sehr mit meinem Vater verbindet, obwohl er schon tot ist. Noch heute nch 10 Jahren danken mir Menschen. Und deshalb ist diese Nachricht so schockierend – weil es bedeutet, dass ich von Zuhause und von dieser Stadt weggehen muss. Und vielleicht nie mehr zurückkehren werde.
Noch am selben Abend musste ich Abschied nehmen, denn der Flieger, der mich nach Osten bringen sollte, flog um Punkt 00.00. Mir blieben noch 7 Stunden für den Abschied.

Im Osten trainierten wir 3 Wochen und waren danach bereit für den Krieg. Wir stiegen in ein Flugzeug, das uns an die Front brachte. Wir hatten schon die Hälfte des Weges zurückgelegt, als plötzlich eine Durchsage kam:
„Achtung, Achtung, ein unvorhergesehener Sturm zwingt uns eine Notlandung zu machen! Befestigen Sie ihr Atmungsgerät. Bitte bewahren Sie Ruhe und bleiben Sie auf Ihren Plätzen!“ Ich bekam richtig Angst. So schreckliche Angst wie noch nie zuvor. Ich war mir zwar nicht 100% sicher gewesen, irgendwann in meine geliebte Stadt zurückzukehren, aber mit dieser schlechten Nachricht breitete sich ein ungutes Gefühl in mir aus. Ich war mir sicher, dass ich meine Stadt und meine Familie nie mehr sehen würde. Denn diese Flugzeuge sind nicht dafür bekannt, eine gute Notlandung hinlegen zu können. Ich spürte, wie das Flugzeug plötzlich sank und dabei immer mehr an Geschwindigkeit zunahm. Mein letzter Gedanke bevor mir schwarz vor Augen wurde war: „Wieso muss mir immer so etwas passieren?“

„Wo bin ich? Wer bin ich?“ Ich erschrak, als ich plötzlich so viele Stimmen und ein Piepsgeräusch hörte. Später wurde mir gesagt, dass ich als Einziger den Flugzeugabsturz überlebt hatte, dafür aber mein Gedächtnis verloren hatte. Und sie hatten recht. Ich konnte mich an überhaupt nichts mehr erinnern. In den nächsten Wochen versuchten sie meine Erinnerungen zurückzuholen. Doch vergeblich. Was ich jedoch nie vergessen hatte, war, dass ich einst eine Stadt geliebt hatte und dass ich etwas ganz Grosses geschaffen hatte. Was, hatte ich aber leider vergessen. Mir jedem Tag wurde mir bewusster, dass ich meine Familie und meine Stadt verloren hatte. Ich sah keinen Sinn mehr in diesem Training und beschloss, abzuhauen und mich auf die Suche nach meiner geliebten Stadt zu machen. Doch wie sollte ich das bewerkstelligen? Selbst den  Name der Stadt hatte ich vergessen.

Tagelang streifte ich durch Strassen, bis ich irgendwo mitten in der Pampa einen einigermassen geschützten Ort fand, an den ich mich bei schlechtem Wetter verkriechen konnte. Als ich wieder mal auf der Suche nach etwas Essbares war, stiess plötzlich eine alte Frau zu mir. Zuerst bemerkte ich sie gar nicht. Und als sie mich ansprach und fragte, warum ich so traurig sei, erschrak ich. Ich blieb stehen und dachte nach, ob ich diese Frage beantworten sollte. Als mich diese Frau nochmals fragte, erzählte ich ihr alles, was ich noch wusste. Als ich ihr dann ins Gesicht sah, sah ich auch Trauer in ihren Augen. Also fragte ich sie, warum sie so traurig sei. Und als sie mir erzählte, dass sie ihren über alles geliebten Mann bei der Schlacht verloren hatte, kamen mir auf ein Schlag wieder alle Gedanken, die ich verloren geglaubt hatte. Ich wusste wieder, wie ich hiess, – Kari – und warum mir diese Stadt so wichtig gewesen war. Meine Gedanken waren so frisch wie vor dem Flugzeugabsturz. Doch etwas wusste ich noch immer nicht. Nämlich wie meine geliebte Stadt hiess. Eigentlich sollte ich froh sein, dass ich meine Gedanken wieder hatte, doch so war es nicht. Ich war immer noch so traurig wie zuvor. Denn dieser EINE Gedanke ging nicht weg. Ich hatte sie verloren! Meine Stadt.

Die Frau musste bemerkt haben, dass irgendetwas los war, und ich sagte ihr alles, ohne dass sie danach fragen musste. Ich hatte das dringende Bedürfnis, alles rauszulassen. Als ich ihr auch gesagt habe, warum ich immer noch so traurig sei, sagte sie mir diesen einen Satz, den ich nie vergessen werde.
„Wenn du glaubst am Boden zu liegen, dann suche eine Hand, die dich wieder auf die Füsse zieht. Wenn du den Kopf gesenkt hältst wie ein Verlierer, sieht dir das jeder an. Deshalb halte den Kopf immer oben und schaue die Sachen positiv an. Wenn dir etwas fehlt, dann gib dir Zeit, es zu finden. Alles Gute!“

Dieser Satz begleitete mich durch mein ganzes Leben. Doch den Namen meiner Stadt weiss ich bis heute nicht …

The End
von Lexy

15. Dezember: Interview mit dem Samichlaus

Heute habe ich für euch etwas ganz Besonderes arrangiert: Ich habe ein Interview mit dem Samichlaus vorbereitet! 

Ich: Guten Tag, schön, dass Sie sich für dieses Interview kurz Zeit genommen haben. Wie geht es ihnen zurzeit?  

Er: Ganz gut! Vielen Dank, dass ich heute hier sein darf!  

Ich: Wie läuft es eigentlich so mit den Stalken von Kindern, der Geschenk-planung und -produktion bei Ihnen? 

Er: Gut, HÖHÖ! Meine Elfen haben einfach ein bisschen Mühe mit dem 2-Meter-Abstand, aber ansonsten arbeiten sie tüchtiger, denn je, meine kleinen Elfen. Die Kinder benehmen sich wirklich gut. Aber es gibt halt immer auch solche, die Grenzen überschreiten. Im Allgemeinen sind sie aber schön artig. 

 Ich: Und wie geht es den Rentieren?  

Er: Rudolf ist ein wenig erkältet, aber auf dem Weg zur Besserung. Er freut sich sehr, dieses Jahr den Schlitten zu ziehen. 

Ich: Sag Rudolf, dass unsere Blogger/innen ihm gute Besserung wünschen.  

Er: Mach ich. Apropos, ich bin des Öfteren auf eure Blogseite gegangen und habe eure Posts gelesen. Sie sind wirklich gut! 

Ich: Das freut uns zu hören! Nun, glaube ich, sollten sie wieder an die Arbeit, sonst kommen unsere Geschenke nicht rechtzeitig an. 

Er: Da hast du recht! Dann macht es mal gut! Und euch allen noch eine schöne Adventszeit!