Interview mit Frau Gutherz

Aus welchem Grund haben Sie sich entschlossen, Lehrerin zu werden?

Für mich war schon als Schülerin klar, dass ich gerne etwas mit Kindern und Jugendlichen machen möchte. Ursprünglich wollte ich daher an der Universität Basel einen Abschluss als Psychologin erlangen. Schon während dem ersten Studienjahr musste ich aber feststellen, dass der Fokus auf die Probleme und Schwierigkeiten der Patienten mich auf lange Zeit nicht glücklich machen würde, da ich auch an den positiven Erlebnissen teilhaben möchte. Daher habe ich mich dafür entschieden, dass ich Lehrerin werden möchte.

 

Würden Sie sich, wenn Sie noch einmal wählen könnten, wieder für diesen Beruf entscheiden?

Ich würde mich sofort wieder für diesen Beruf entscheiden. Die Arbeit mit den Klassen und auch mit meinen Kollegen und Kolleginnen an der Sek Sissach bereitet mir grosse Freude. Der Alltag als Lehrerin bringt viele interessante Begegnungen mit sich.

 

Was sind die Schatten- und Sonnenseiten an Ihrem Beruf?

Eine Sonnenseite am Beruf Lehrerin ist für mich, dass ich während einem wichtigen Lebensabschnitt an der Entwicklung der Jugendlichen teilhaben kann. Gemeinsam stellen wir die Weichen für eure Zukunft und versuchen euch dahin zu bringen, wo ihr in ein paar Jahren stehen möchtet.

Eine Schattenseite des Lehrerinnendaseins ist sicher, dass man nicht, wie in vielen anderen Berufen, nach Unterrichtsschluss das Schulhaus verlässt und Feierabend hat. Fast täglich und auch am Wochenende bin ich in Gedanken an der nächsten Unterrichtsstunde, bereite neue Lektionen vor, korrigiere Prüfungen oder Hausaufgaben, beantworte Nachrichten und Mails von Eltern und Schülerinnen und Schülern. Man muss sich als engagierte Lehrperson fast ein wenig dazu zwingen, dass man mal abschaltet und die Schule vergisst.

 

Wie sind Sie auf die Sekundarschule Sissach gekommen und seit wann unterrichten Sie an dieser Schule?

Ich habe an der Sek Sissach als Praktikantin während meiner Ausbildung begonnen. Damals waren Herr Reimann und Frau Frei dafür verantwortlich, dass ich einen Einblick in den Beruf erhalte und haben gemeinsam mit mir Unterricht geplant und durchgeführt. Das Praktikum dauerte ein Jahr. Weil es mir im Tannenbrunn so gut gefallen hat, habe ich mich nach diesem Praktikumsjahr für eine Stelle als Hauswirtschaftslehrerin beworben, die ich auch erhalten hatte. Seit Oktober 2013 bin ich hier in Sissach und durfte nach meinem Praktikum immer mehr Lektionen und Fächer übernehmen und bin nun Klassenlehrerin der 1Em.

 

Wie würden Sie sich selbst beschreiben?

Ich bin sehr geduldig, eine Eigenschaft, die man als Lehrerin unbedingt haben muss. Weiter bin ich ein sehr sozialer und gutmütiger Mensch und ich setze mich gerne für das Wohl der anderen ein. Meist sind mir die Bedürfnisse der Anderen wichtiger, weshalb ich mich oft anpasse. In meinem Beruf bin ich sehr organisiert und habe meistens alles fest im Griff, privat bin ich aber die totale Chaotin.

 

Wie würden Sie Ihren Unterricht beschreiben?

In meinem Unterricht versuche ich unterschiedliche Unterrichtsformen einzubringen. Zwischen Frontalunterricht, bei dem ich rede, und Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit wechsle ich regelmässig ab. Der Einbezug von digitalen Medien ist mir wichtig, darum verwenden wir öfters die Computer. Auch ich verwende meinen Computer in fast jeder Stunde, um z.B. kurze Videos oder Bilder zum Thema zu zeigen, Hörbeispiele abzuspielen oder um den Unterricht mit einer Powerpoint zu unterstützen.

Wiederholung im Unterricht ist mir sehr wichtig, damit der gelernte Stoff auch wirklich sitzt.

 

Welche Fächer unterrichten Sie?

Momentan unterrichte ich Deutsch, Geschichte und ERG (Ethik, Religion und Gemeinschaft) und bin auch als Förderlehrerin im sprachlichen Bereich und im Lernraum tätig. Weiter habe ich aber auch eine Ausbildung für die Fächer Geografie und Hauswirtschaft.

 

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

In meiner Freizeit engagiere ich mich für den Turnverein im Dorf, in dem ich aufgewachsen bin. Ich bin dort gemeinsam mit zwei Freundinnen Leiterin der 16- bis 40-jährigen Frauen und wir leiten auch gemeinsam die Jugendriege (7- bis 16-jährige Mädchen und Knaben). Auch in der Küche beim Kochen und Backen trifft man mich regelmässig an.

 

Wie können sich angehende Lehrer besser auf ihren Beruf vorbereiten? Haben Sie irgendwelche Tipps?

Man darf keine Angst davor haben, vor einer grossen Gruppe zu reden. Wenn immer möglich sollte man das üben, damit man sich im Unterricht auf die Themen konzentrieren kann und nicht von seiner Nervosität abgelenkt wird.

Ich habe sehr davon profitiert, dass ich während meiner gesamten Ausbildung nebenbei bereits als Lehrerin gearbeitet habe. Während der Praktika an anderen Schulen konnte ich feststellen, dass anderen Studenten, die jeweils ca. ein halbes Jahr Pause zwischen der Zeit an der Schule hatten, die nötige Routine gefehlt hatte. Vieles konnten sie nicht so gut umsetzten, was mir sicherlich einfacher fiel, weil ich tagtäglich vor Klassen stehen und üben durfte.

Veröffentlicht von

Cherry

Hey ... ich bin Cherry. Ich bin in der 3. Klasse hier an der Sekundarschule Sissach. Ich spiele gerne Schach und freue mich über jeden, der ab und zu einmal eine Runde mit mir spielt. Ausserdem beschäftige ich mich gerne mit Programmiersprachen. Sprich, ich bin ein Computercrack.