{"id":3057,"date":"2021-02-10T12:19:07","date_gmt":"2021-02-10T13:19:07","guid":{"rendered":"https:\/\/seksissach.ch\/lz_blog\/?p=3057"},"modified":"2021-02-01T12:26:31","modified_gmt":"2021-02-01T13:26:31","slug":"voegel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/seksissach.ch\/lz_blog\/2021\/02\/10\/voegel\/","title":{"rendered":"V\u00f6gel"},"content":{"rendered":"<p>Angela blickt in den grauen Himmel und erblickt einen Vogel. <em>Ach wie sch\u00f6n w\u00e4re es, auch dort oben zu sein, in Freiheit und ohne Last,\u00a0<\/em>denkt sie traurig. Du musst wissen, dass erst k\u00fcrzlich ihre Mutter an Kerbs gestorben ist und sie jetzt bei ihrer Tante Sofie wohnt. Sie ist nun eine Waise. Ausserdem hat ihr Freund mit ihr Schluss gemacht und sie hat bald ihre Uni-Pr\u00fcfungen. Ganz in Gedanken versunken geht sie weiter und kommt am Zoo vorbei. Da sie nichts Besseres zu tun hat, geht sie durch den mit Glyzinen ges\u00e4umten Eingang, um sich eine Eintrittskarte zu kaufen. Weil sie warten muss, blickt sie sich interessiert um. Da zieht etwas Buntes, Schimmerndes ihre Aufmerksamkeit auf sich und sie sieht genauer hin. Das was ihre Aufmerksamkeit erregt hat, ist ein kleiner Vogel, der seinen azurblauen Kopf neugierig durch die K\u00e4figst\u00e4be streckt. Er blickt sie aus dunklen, intelligenten Augen an. <em>Er ist so s\u00fcss, <\/em>denkt Angela und ist ganz aus dem H\u00e4uschen. <em>Ich glaube, ich nenne ihn Eros! <\/em>Pl\u00f6tzlich kommen drei weitere V\u00f6gel, die gleich wie &#8222;Eros&#8220; aussehen, angeflogen. Sie beginnen fr\u00f6hlich zu zwitschern und schmiegen sich aneinander. Angela l\u00e4sst den Blick durch die Voliere schweifen. Es h\u00e4ngen \u00fcberall Gl\u00f6ckchen und Spielzeuge und an der Wand ist ein Schild angenagelt worden. Auf dem Schild steht:<\/p>\n<p><strong>Blaugenick-Sperlingspapageien \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0 <\/strong>Diese Papageienart geh\u00f6rt zu der Gattung Neuwelt-Papageien. Die bunten V\u00f6gel sind sehr gesellig und verspielt. Sie werden in vielen verschiedenen Farben gez\u00fcchtet. In freier Wildbahn trifft man sie aber nur selten mit blauem Gefieder an. Alle Exemplare in unserem Zoo sind gez\u00fcchtet. Sperlingspapageien z\u00e4hlen zu den intelligentesten Papageienarten und k\u00f6nnen sehr gut als Haustiere gehalten werden.<\/p>\n<p>Einer der V\u00f6gel, dessen Gefieder einen leichten Gr\u00fcnstich hat, beginnt seinen Schnabel an Eros zu reiben. &#8222;Papageien dr\u00fccken so ihre Zuneigung aus.&#8220; Angela dreht sich ruckartig um und blickt in die wachen Augen einer \u00e4lteren Dame, die ein K\u00e4rtchen an ihrer Jacke befestigt hat. Darauf steht: <span style=\"font-family: 'comic sans ms', sans-serif; font-size: 12pt;\">Lydia Fr\u00f6hlich, Tierpflegerin<\/span>\u00a0 Sie \u00f6ffnet die K\u00e4figt\u00fcr und zwinkert Angela zu: &#8222;M\u00f6chtest du mit reinkommen?&#8220; Angela ist verdutzt, sagt dann aber &#8222;Ja, gerne&#8220; und schiebt sich durch die halboffene T\u00fcr der Voliere. Die Papageien zwitschern und flattern aufgeregt auf. &#8222;Alles gut, sie machen dir nichts&#8220;, sagt Lydia, als Angela erschrocken einen Schritt zur\u00fccktritt. Lydia geht auf die Papageien zu und streckt Eros den Finger hin. Der kleine Vogel legt den Kopf schief und flattert auf den Finger der hellhaarigen Frau. Als Lydia sich mit schelmisch blitzenden Augen umdreht, bemerkt Angela erstaunt, dass die Augen der \u00e4lteren Dame, genau die selbe Farbe haben, wie das blaue Gefieder von Eros. &#8222;Das ist Venus, sie ist erst letztes Jahr geschl\u00fcpft.&#8220; Angela muss lachen: &#8222;Ich h\u00e4tte sie Eros genannt.&#8220; &#8222;Das kann ich gut verstehen, sie ist wirklich s\u00fcss.&#8220; sagt Lydia, die einen liebevollen Blick auf den zierlichen Vogel wirft. &#8222;Ich habe sie selbst aufgezogen, da ihre Mutter an Vogelmilben gestorben ist. Willst du sie halten?&#8220; Angela ist ganz verbl\u00fcfft: &#8222;Darf ich das denn?&#8220; &#8222;Nat\u00fcrlich&#8220;, Lydia grinst, &#8222;meinst du ich h\u00e4tte sonst gefragt?&#8220; Sie zeigt Angela wie man Venus halten muss, gibt ihr den kleinen Vogel in die Hand und entfernt sich langsam. Venus piepst leise und dreht sich in Angelas Hand. Angela l\u00e4chelt zufrieden. W\u00e4hrenddessen s\u00e4ubert Lydia die Voliere. Pl\u00f6tzlich winkt sie Angela zu sich. &#8222;Schau mal, das erste ist geschl\u00fcpft&#8220;, sagt sie und sp\u00e4ht in einen Nistkasten hinein. Angela setzt Venus auf einem naheliegenden Ast, der von der Decke h\u00e4ngt, ab und linst in den Nistkasten. Tats\u00e4chlich, ein kleines Etwas sitzt dort auf einem Polster aus Daunen. Es sieht nicht besonders niedlich aus, mit seinem kahlen, \u00fcberdimensionalen Kopf und den geschlossenen Augen. Aber trotzdem hat es etwas an sich, das einen Besch\u00fctzterinstinkt weckt. Es piepst leise und einer der V\u00f6gel flattert hektisch auf. Schnell entfernen sich Angela und Lydia, um Platz zu machen. Der Vogel fliegt sofort in den Nistkasten. Angela guckt nochmal hinein und sieht, dass der Vogel die Fl\u00fcgel besitzergreifend \u00fcber dem K\u00fcken ausgebreitet hat. &#8222;Das ist Saphira, sie ist die Schwester von Venus.&#8220; fl\u00fcstert die Tierpflegerin, um die br\u00fctende Vogelmutter nicht zu st\u00f6ren. Leise kehren die beiden dem Nistkasten den R\u00fccken zu. Da blickt Angela auf ihre Uhr und erschrickt: schon so sp\u00e4t, sie sollte schon l\u00e4ngst zu Hause sein und h\u00e4tte noch einkaufen m\u00fcssen. &#8222;Ich muss jetzt gehen, war sch\u00f6n dich kennenzulernen!&#8220;. Angela stresst aus dem Vogelk\u00e4fig, flucht und rennt zur Bushaltestelle vor dem Zoo. Als \u00a0sie keuchend dort ankommt, f\u00e4hrt der Bus gerade ab. &#8222;Verflixt! Warum muss ich immer Pech haben.&#8220; Entnervt holt sie ihr Handy hervor und will gerade ihren Vater anrufen, als sie sieht, dass sie einen verpassten Anruf von einer unbekannten Nummer hat. Sie verdreht die Augen und dr\u00fcckt die R\u00fcckruftaste. Es klingelt zweimal, dann nimmt ein junger Mann ab. <i>&#8222;Hallo, hier ist Jasper.\u00a0Wer\u00a0ist da?&#8220;<br \/>\n<\/i>Angela erschrickt: Jasper, der beliebteste Junge an der Schule hatte sie angerufen. &#8222;I-Ich bin&#8217;s, Angela. Du hast mich angerufen \u2026&#8220;<br \/>\n<i>&#8222;Oh ja, genau, ich wollte dich fragen, ob wir heute Abend ausgehen wollen? Du hast mir ja neulich beim Lernen geholfen und jetzt will ich mich revanchieren!&#8220;<br \/>\n<\/i>Angelas Wangen werden knallrot: &#8222;Ja \u2026 ja ich w\u00fcrd mich freuen. Wo treffen wir uns?&#8220; Die Leitung bleibt stumm, Jasper scheint zu \u00fcberlegen. Dann sagt er: <em>&#8222;Weisst du was? Ich hol dich\u00a0<\/em><i>einfach ab, dann k\u00f6nnen wir hingehen, wohin wir wollen.&#8220;<br \/>\n<\/i>&#8222;Ok ,voll. So um sieben?&#8220;<br \/>\n<em>&#8222;Ja, das w\u00fcrde passen \u2026 Ich muss jetzt auflegen, ok? Bye&#8220;<br \/>\n<\/em>&#8222;Bye, bis sp\u00e4ter,&#8220; Angela reisst die Augen auf. Jasper will mit ihr ausgehen! Sie rennt zum Supermarkt und kauft schnell alles ein. Der Bus kommt gerade, als sie bei der Haltestelle ankommt. <em>Perfektes Timing<\/em>, denkt sie zufrieden. Als sie aussteigen muss, geht sie schnell nach Hause. &#8222;Ich hab heute ein Date, Sofie!&#8220; Aufgeregt kommt ihre Tante anget\u00e4nzelt: \u00a0&#8222;Lass die Eink\u00e4ufe einfach liegen, ich mache das, mach du dich bereit!&#8220; \u00a0Dankbar stellt Angela die schwere Tasche ab und verschwindet in ihr Zimmer.<br \/>\nSie probiert verschiedene Outfits durch, bis sie sich endlich f\u00fcr eine Jeans und einen roten Pulli entscheidet. Dar\u00fcber zieht sie ihren dunkelgrauen Mantel und einen Seidenschal an. Sie wirft einen Blick auf ihre Uhr: Schon fast sieben! Sie hat gerade noch Zeit f\u00fcr ihr Make-Up, dann klingelt es. Sie eilt nach unten. Atemlos reisst sie die T\u00fcr auf und steht Jasper gegen\u00fcber. Pl\u00f6tzlich wird sie ganz rot: &#8222;Hey&#8220; Er sieht sie lange an und erwidert dann: &#8222;Hey Angela, k\u00f6nnen wir los?&#8220; Sie tritt aus dem T\u00fcrrahmen und stolpert. Jasper f\u00e4ngt sie auf. &#8222;Alles gut bei dir?&#8220; Angelas Wangen scheinen in Flammen zu stehen, als sie atemlos antwortet: &#8222;Ja alles okay. Danke dass du mich aufgefangen hat.&#8220;<br \/>\n&#8222;Du siehst gut aus \u2026&#8220; sagt Jasper. Er nimmt ihre Hand. Angela l\u00e4chelt sch\u00fcchtern.<\/p>\n<p>Und jetzt lassen wir die beiden alleine \u2013 f\u00fcrs Erste. Macht euch auf eine Fortsetzung gefasst! Das war \u00fcbrigens eine Geschichte zur Schreib\u00fcbung Assoziatives Denken. Ich wollte eine Geschichte zum Wort &#8222;Vogel&#8220; schreiben.<\/p>\n<p>Viel Spass noch<\/p>\n<p>Undomiel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Angela blickt in den grauen Himmel und erblickt einen Vogel. Ach wie sch\u00f6n w\u00e4re es, auch dort oben zu sein, in Freiheit und ohne Last,\u00a0denkt sie traurig. Du musst wissen, dass erst k\u00fcrzlich ihre Mutter an Kerbs gestorben ist und sie jetzt bei ihrer Tante Sofie wohnt. Sie ist nun eine Waise. 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