{"id":1835,"date":"2019-12-24T09:37:11","date_gmt":"2019-12-24T10:37:11","guid":{"rendered":"https:\/\/seksissach.ch\/lz_blog\/?p=1835"},"modified":"2019-12-20T09:38:17","modified_gmt":"2019-12-20T10:38:17","slug":"eine-kleine-weihnachtsgeschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/seksissach.ch\/lz_blog\/2019\/12\/24\/eine-kleine-weihnachtsgeschichte\/","title":{"rendered":"Eine kleine Weihnachtsgeschichte"},"content":{"rendered":"<p>Damit ihr nicht in den T\u00fcrchen suchen m\u00fcsst, gibt es hier nochmals die Geschichte von Maria und Jael am St\u00fcck. Viel Spass!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: georgia, palatino, serif;\"><strong>Teil 1: Nick<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Ich starre auf den riesigen Berg von Geschenken. Er ist so gross, dass ich auf die Zehenspitzen stehen muss, um ihn zu \u00fcberblicken. Gerade als ich mich setzen will, kommt mein Vater hinein. Er wirkt sehr ersch\u00f6pft und traurig. \u00abWas ist passiert, Santa?\u00bb, frage ich. Als er mir nicht antwortet, beginne ich mir Sorgen zu machen. Es vergehen einige Minuten, bis er mir antwortet: \u00abMeine Wichtel sind alle krank geworden, ich kann die Geschenke morgen nicht alleine verteilen. Ich ahne schon, was er als N\u00e4chstes sagt. \u00abNick ich weiss, du hast momentan selbst viel um die Ohren mit dem Umzug und der neuen Schule, aber du wirst mir einfach helfen m\u00fcssen.\u00bb Oh nein! Nicht auch das noch. Ich will gerade etwas entgegnen und protestieren, als Santa in seinen Schlitten steigt und davonfliegt.<\/p>\n<p>Heute ist Heiligabend. Mein Vater und ich schleppen die grossen S\u00e4cke voll mit Geschenken zum Schlitten und binden sie hinten mit einem Geschenkband an. In wenigen Minuten geht es los. Lustlos spanne ich die Rentiere vor den Schlitten und steige hinein. Die Rentiere beginnen zu springen, w\u00e4hrend wir langsam abheben.<\/p>\n<p>Nach geschlagenen zwei Stunden steige ich endlich aus. In meiner Hand halte ich drei Geschenke und einen Stadtplan. Das erste Haus ist zum Gl\u00fcck nicht weit. Es hat einen grossen Kamin, durch den ich sicher durchpasse. Ich entscheide mich aber trotzdem f\u00fcr die T\u00fcr, die nur angelehnt ist. Singend \u00f6ffne ich sie und trete leise ein. Ich gehe ins Wohnzimmer zum Tannenbaum und will die Geschenke abstellen, als ich sie sehe \u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Teil 2: Julia<\/strong><\/p>\n<p><em>\u201cJingle Bells, Jingle Bells Jingle \u2026\u201d <\/em><\/p>\n<p>Ich \u00f6ffne die Augen und setze mich im Bett auf. Was h\u00f6re ich denn da? Jemand singt ein Weihnachtslied. Ist etwa jemand bei mir eingebrochen oder habe ich bloss wieder vergessen, das Radio abzustellen? In den letzten Tagen spielen sie ja nur noch die gleichen Lieder \u2013 genau, Weihnachtslieder!!! Ich kann sie langsam nicht mehr h\u00f6ren. Ich bin jetzt so m\u00fcde, dass ich einfach keine Lust habe, jetzt aufzustehen und das Radio auszuschalten. Soll es doch einfach weiterlaufen. Also lege ich mich hin und versuche wieder einzuschlafen.<\/p>\n<p>Doch es geht nicht lange, bis ich erneut aufsitze. Dieses Mal habe ich Schritte geh\u00f6rt. Jemand ist in meinem Zuhause. Jetzt nehme ich meinen ganzen Mut zusammen und gehe in den oberen Flur. Von dort kann man direkt in das Wohnzimmer sehen. Aber was sehe ich denn da? Eine Gestalt in einem rot-weissen Mantel mit M\u00fctze und einem weissen Bart (der unecht ist, das kann ich sogar mit meinen verschlafenen Augen von hier oben sehen. Wusste ich doch, dass das alles nur Betr\u00fcger sind!). Aber jetzt zur\u00fcck zur Sache. Was macht der Typ da? Ich \u00fcberlege lange, was ich jetzt tun soll. Oh, bin ich bl\u00f6d, heute ist doch Heiligabend und der M\u00f6chtegern-Samichlaus verteilt die Geschenke. Ich schaue auf die Uhr, die an der Wand h\u00e4ngt. Es ist schon Mitternacht, ich sollte lieber schlafen gehen. Ich schleiche zur\u00fcck in mein Zimmer, aber als ich die T\u00fcre aufmachen will, bleibe ich noch einmal stehen. Ich lausche ein letztes Mal diesem nervigen Lied, das pl\u00f6tzlich so wundersch\u00f6n klingt. Ich lausche noch etwas l\u00e4nger. Ich h\u00e4tte nie gedacht, dass der Weihnachtsmann so sch\u00f6n singen kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Teil 3: Nick<\/strong><\/p>\n<p>Ich sehe sie an und sie schaut ver\u00e4ngstigt zur\u00fcck. Sie erkennt mich nicht, was jetzt auch kein grosses Wunder ist, da ich einen riesen Bart im Gesicht habe und komplett mit Schnee bedeckt bin. Aber ich erkenne sie. Sie ist das wundersch\u00f6ne M\u00e4dchen, das ich in der Schule gesehen habe. Ich weiss ihren Namen nicht, vermute aber, dass sie Julia heisst, da dies auf dem einen P\u00e4ckchen steht. Wir schauen uns noch eine Weile an und wollen beide etwas sagen, bringen jedoch keinen Ton heraus. Gerade als ich mich zusammengerissen habe und \u00fcberlege, was ich zu ihr sagen soll, taucht Santa auf und zieht mich aus dem Haus. \u00abWieso hat das so lange gedauert? Wir m\u00fcssen schnell weiter zum n\u00e4chsten Haus, sonst schaffen wir es bis morgen nicht.\u00bb<\/p>\n<p>Mein Wecker klingelt und ich \u00f6ffne meine Augen. Ich bin noch so m\u00fcde von gestern Nacht. Heute ist aber wieder Schule und ich muss mich noch anziehen und fr\u00fchst\u00fccken. Die ganze Zeit muss ich an Julia denken. Wieso habe ich denn nichts zu ihr gesagt? Ich h\u00e4tte nach ihrer Nummer fragen k\u00f6nnen oder ihr zumindest meinen Namen verraten sollen. Ich muss sie heute unbedingt in der Schule ansprechen. Hoffentlich sehe ich sie heute.<\/p>\n<p>Gerade als ich aus dem Bus aussteige, sehe ich sie. Sie sitzt auf einer Bank und redet mit ihren Freundinnen. Ich nehme all meinen Mut zusammen und spreche sie an. \u00abHey, Julia, hast du heute schon was vor?\u00bb, frage ich sie mit zitternder Stimme. Zuerst beachtet sie mich gar nicht, und als sie sich dann doch zu mir umdreht, macht sie nur ein genervtes Gesicht und sagt, ich solle abhauen, sie habe Wichtigeres zu tun. Mein Herz schmerzt und ich sp\u00fcre wie mir die Tr\u00e4nen kommen. Ich will ihr erz\u00e4hlen, dass ich der Weihnachtsmann von letzter Nacht war, aber sie h\u00f6rt mir nicht einmal zu. Julia steht auf und geht, ohne mich noch eines Blickes zu w\u00fcrdigen. Ich kann die Tr\u00e4nen nicht mehr zur\u00fcckhalten und renne schnell wieder zur Bushaltestelle. Der Tag ist gelaufen! Ich werde wieder nach Hause fahren, in die Schule gehe ich heute sicher nicht!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Teil 4: Julia<\/strong>\u202f<span data-ccp-props=\"{&quot;134233117&quot;:true,&quot;134233118&quot;:true}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"none\"><em>Am n\u00e4chsten Tag in der Schule:<\/em><\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"none\">Es ist nur noch ein Tag bis zu den Ferien. Ich habe mir vorgenommen, den Jungen, der als Weihnachtsmann verkleidet bei mir Zuhause war, heute zu finden. Jedoch bin ich immer noch sehr verwirrt, als mich gestern dieser Typ angesprochen hatte. Was wollte er von mir? ich h\u00e4tte ihm am liebsten gesagt, dass ich einen Freund h\u00e4tte und sehr verliebt bin. Doch das stimmt ja nur teilweise. Ich bin verliebt (in den Weihnachtsmann, also eigentlich in den Jungen, der sich als Weihnachtsmann ausgibt!), aber einen Freund habe ich nicht (obwohl ich es mir sehr w\u00fcnschte), also habe ich gesagt, dass er verschwinden soll und ich Besseres zu tun h\u00e4tte. <\/span><span data-contrast=\"none\">Je mehr Zeit vergeht, desto mehr w\u00fcnsche und hoffe ich, dass ich ihn endlich finde. Mein einziger Hinweis: seine Stimme.<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"none\"><em>Ein paar Stunden sp\u00e4ter:\u00a0<\/em><\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"none\">Ich\u00a0geb&#8217;s\u00a0langsam auf. Die letzte Schulstunde ist bald fertig. Dann ist die Schule fertig, alle gehen nach Hause und dann werde ich ihn nicht mehr sehen. Es ist hoffnungslos! Jetzt klingelt es und alle rennen aus dem Schulhaus. Endlich sind Weihnachtsferien! Das ist zwar toll, aber ich habe ihn nicht gefunden.\u202f<\/span><span data-contrast=\"none\">Traurig laufe ich zur Bushaltestelle und warte auf den Bus. Als der Bus da ist und alle einsteigen, gibt es wie immer ein Riesengedr\u00e4nge. Jeder will einen Platz haben. Zum Gl\u00fcck kriege ich noch den letzten Platz. Der Bus f\u00e4hrt los. Ich schaue aus dem Fenster. Ich habe Kopfschmerzen, denn im Bus ist es sehr laut. Pl\u00f6tzlich richte ich mich auf. Ich h\u00f6re jemanden singen. Es ist ein Weihnachtslied. ich mag die zwar wirklich nicht gerne, aber die Stimme ist einfach so wundersch\u00f6n. Ich h\u00f6re noch eine Weile zu, bis ich begreife, dass die Stimme genau so klingt, wie die an Heiligabend bei mir zu Hause. Es muss einfach der gleiche Typ sein. Ich richte mich auf und drehe mich um. Ich schaue im Bus umher, bis ich einen singenden Jungen sehe. Es ist der, der mich gestern angesprochen hat. Jetzt bekomme ich ein bisschen ein schlechtes Gewissen. Ich bin mir ganz sicher, dass er es ist. Ich stehe auf, nehme meine Sachen und gehe zu ihm r\u00fcber. Mein Herz pocht, doch ich muss es einfach tun. Ich will das tun. Ich spreche ihn mit &#8222;Hallo, ich bin Julia&#8220; an. Er schaut zu mir hoch. Seine Augen sind wundersch\u00f6n, genau wie seine Stimme. Er nimmt seinen Rucksack von dem Platz neben sich und deutet mir an, dass ich mich setzten soll. Ich setze mich und wir beginnen ein Gespr\u00e4ch. Es stellt sich heraus, dass er der Sohn vom Weihnachtsmann ist. Verr\u00fcckt, oder? Wir verstehen uns wirklich super. Wir wohnen sogar nur zwei Strassen voneinander entfernt,\u00a0das\u00a0heisst, wir k\u00f6nnen zusammen in die Schule und gemeinsam wieder nach Hause gehen. Zum Abschluss gibt er mir einen Kuss auf die Wange. Ich glaube fest daran, dass aus uns etwas wird.\u202f\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Damit ihr nicht in den T\u00fcrchen suchen m\u00fcsst, gibt es hier nochmals die Geschichte von Maria und Jael am St\u00fcck. 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